Archiv für Februar 2013

Gris-Konzert gestört – Solidarität mit der Störer_in!

In Kiel gab es am letzten Wochenende in der alten Meierei ein HipHop-Konzert und der Rapper Gris wurde dort von einer mutigen Frau wegen sexistischen Texten von der Bühne geschmissen. Leider bekommt sie deswegen jetzt von allen Seiten Gegenwind und steht ziemlich alleine da. Wir unterstützen ihre Stellungnahme auf jeden Fall und wollen sie hier auch nochmal darstellen.

Gegendarstellung zur Version der Abläufe an dem Abend aus der Perspektive einer Person, die das Intro von „Gris“ gestört hat:

„Gris“ kommt auf die Bühne und sagt zum Publikum:
„Was würdet ihr machen, wenn bei eurem Soundcheck sich eine Person aus der Orgacrew an einem einzelnen Ausdruck stört, den ihr gerappt habt? Ihr wisst doch, dass ich alle Menschen und Frauen liebe und respektiere! Wenn ich Frauen „geschminkte Schlampen“ nenne, wisst ihr doch wie ich das meine! Nehmt das einfach so hin!
Wollt ihr jetzt dass ich mit meiner Performance anfange?“
Noch während „Gris“ das sagt, fangen eine weitere Person und ich an, ihm vom Publikum aus so laut es ging zu kritisieren und zu bepöbeln. (Wobei wir damit angefangen haben so konstruktiv wie möglich deutlich zu machen, dass er nicht performen soll, weil es, meiner Ansicht nach, nicht okay ist, dass ein Mann auf der Bühne sagt, dass wir es hinnehmen müssen, dass er Frauen als“geschminkte Schlampen“ bezeichnet und meint, wir wüssten schon, wie es gemein sei. Weil er dessen ungeachtet weiter geredet hat, ohne dazu Stellung zu beziehen und vor allem ohne deutlich zu sagen, was er wie meint, haben die andere Person und ich unserer Ktitik dann unter anderem in Buh-Rufen geäußert und ihn als sexistischen Macker betitelt.)
Nachdem er sein „Intro“ beendet hatte, hat „Gris“ eindeutig wahrgenommen, dass er bereits für seine Statements im „Intro“ kritisiert wurde, trotz seiner rhetorischen Frage, ob er jetzt anfangen solle, hat er die gepöbelten kritischen Einwände ignoriert und seinen ersten Song performt.
Daraufhin, wollte ich die Veranstaltung verlassen. Vorher aber wollte ich den Verantwortlichen noch sagen, dass ich finde, dass es gar nicht klar geht, dass jemand auf einer Veranstaltung in der Meierei unkommentiert solche antifeministischen Sachen sagen kann.
Da, laut eines Menschen hinter dem Tresen, kein Mitglied der Orgacrew im Raum war, bat ich den Menschen am Tresen, eine Person aus der Orgacrew zu suchen, mit der ich reden kann. Kein Mensch aus der Orgacrew hat mich kontaktiert. Von einer das Konzert besuchenden Person habe ich dann erfahren, dass die Orgacrew in der Küche pleniert. Nach kurzer Zeit habe ich die Küchentür geöffnet und der Crew mitgeteilt, dass, wenn sie das nicht bald beenden, ich es bald beenden würde.
Darauf, wie lange der Abstand zur Ansage ans Plenum war, kann ich nicht mehr sagen, hörte ich zufällig, wie eine Person sagte, dass „der Sound von vorne (von mir ergänzt: ca. am Tresen) bereits abgestellt ist und nur noch von der Bühne kommt.“ Worauf ich (leider ; das bezieht sich auf wütend!) wütend auf die Bühne gegangen bin, um zu verhindern, dass „Gris“ weiter performt, dass sein Mitauftretender diskriminierende Dinge ins Mikro in Bezug auf meine Kritik kommentiert, und dass das Publikum mich bepöbelt, beschimpft und nicht versteht, was ich zu kritisieren habe. Deswegen wollte ich meine Kritik erklären und habe das Mikro genommen.
Das wurde mir hart erschwert bis unmöglich gemacht. Denn zunächst wurde ich von der Bühne aus gefilmt. Obwohl ich ins Mikro gesagt habe, dass ich gefilmt werde und das nicht will, hat bis auf einen Menschen niemand reagiert. Auf meine Forderungen das Filmen zu beenden ist der Filmer nicht eingegangen, sodass eine solidarische Person ihm die Hände vor die Linse halten musste.
Leider bin ich dann nicht dazu gekommen, meine Kritik an „Gris“ ’s Intro ins Mikro zu formulieren. Denn der gegen mich aufgeheizte Mob bepöbelte mich massiv von vorne und auf der Bühne haben mir von hinten auch irgendwelche Menschen Kritik und Beschimpfungen ins Ohr gerufen. Dazu kommt, dass ich mich aus verschiedenen Gründen darauf eingelassen habe, ausufernde und nicht das Thema treffende Grundsatzdiskussionen zu führen.
Als mir dann „Robsen“, der vor „Gris“ aufgetretene Künstler, wiederum das Mikro aus der Hand nahm, habe ich die Bühne und die Halle sofort verlassen, weil ich auf der Bühne nicht um das Mikro ringen wollte.
Draußen wurde mir von Konzertbesucher_innen mitgeteilt, dass die Veranstaltung von der Orgacrew offiziell beendet worden ist. (Was von meiner Seite zu keiner Zeit als Forderung an die Orgacrew formuliert wurde, ich sagte lediglich, dass , was ich oben schon geschrieben habe)
Schließlich stand ich noch eine Weile vor dem Eingang rum und bekam eine Riesenwelle von Beschimpfungen, Bepöbelungen und (aus meiner Perspektive) als Kriritk getarnten Diss von den Konzertbesucher_innen ab.
Von der Orgacrew kam zwar ein Mitglied raus, hat sich mir gegenüber aber nicht als solches erkenntlich gemacht und hat einer „Diskussion“ zwischen mir und einer Person aus dem Publikum zugehört. Konkret nach meiner Kritik hat er mich nicht gefragt.
Nachdem „Robsen“ dann zu mir kam, um mir auf sehr bedrohliche Art und Weise klar zu machen, wie scheiße er mich findet, und um mir zu sagen, dass ich mich verpissen soll, bin ich gegangen.