Archiv für Februar 2012

Nieder mit dem Patriarchat! My body, my choice!

Samstag, 10.03.2012 // Baracke (Scharnhorstr. 100)

Queer-feministisches Konzert und anschließende Party!

Eigentlich als Veranstaltung zum 8. März gedacht, aber nun auch gegen 1000 Kreuze und für Selbstbestimmung! NIEDER MIT DEM PATRIARCHAT – MY BODY, MY CHOICE!
Wir brauchen Eure Unterstützung!! Zum abservieren und feiern!!!

ab etwa 18h: Vokü und Konzert und Party mit

SCREAM CLUB // GODMOTHER

Weitere Infos: http://gegen1000kreuze.blogsport.de/

flyer

Gegen 1000 Kreuze!

Zum wie­der­hol­ten Mal wol­len am Samstag, den 10. März 2012 christ­lich-​fun­da­men­ta­lis­ti­sche Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen unter dem Motto „1000 Kreu­ze für das Leben“ durch Müns­ters In­nen­stadt zie­hen. Sie selbst geben als ihr Haupt­an­lie­gen an, mit ihrem Ge­bets­zug ein „Zei­chen zum Ge­den­ken der 1000 Kin­der [Em­bryo­nen], die an einem ge­wöhn­li­chen Werk­tag in Deutsch­land ge­tö­tet wer­den,“ set­zen zu wol­len. Als weiße Holz­kreu­ze tra­gen­de Pro­zes­si­on geben diese Chris­t_in­nen nicht nur ein gro­tes­kes Bild ab, mit ihren re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen pro­pa­gie­ren sie ein frau­en­feind­li­ches, se­xis­ti­sches und ho­mo­pho­bes Welt­bild. Be­reits in den letz­ten Jah­ren or­ga­ni­sier­te sich da­ge­gen viel­fäl­ti­ger Pro­test und auch in die­sem Jahr sol­len die re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen nicht un­wi­der­spro­chen blei­ben.

Schwan­ger­schafts­ab­bruch ist Frau­en­recht – § 218 ab­schaf­fen!
An der Ent­schei­dungs­frei­heit eines Men­schen dar­über, wel­che Ein­grif­fe an dem ei­ge­nen Kör­per vor­zuneh­men sind, spie­gelt sich in­di­vi­du­el­le Frei­heit, Men­schen­wür­de und Selbst­be­stim­mung. Unter dem Deck­man­tel des „Schut­zes un­ge­bo­re­nen Le­bens“ for­dern die selbst­er­nann­ten „Le­bens­schüt­zer“ nichts an­de­res, als die Be­stim­mung über den Kör­per von Schwan­ge­ren. Der Ver­such, Frau­en zu zwin­gen, sich und ihren Kör­per in den Dienst der „Le­bens­ret­tung“ eines Em­bryos und der Re­pro­duk­ti­on der Ge­mein­schaft zu stel­len, ist Aus­druck einer ge­walt­vol­len Zu­schrei­bung, die Frau­en zu Ge­bär­ma­schi­nen de­gradiert und ihnen das Recht auf ei­ge­ne Be­dürf­nis­se, Über­zeu­gun­gen und ein selbst­be­stimm­tes Leben abspricht. Mit der Be­haup­tung, Schwan­ger­schafts­ab­bruch sei Mord und die ab­ge­trie­be­nen Em­bryos be­reits Kin­der, wird ver­sucht, ma­ni­pu­la­tiv mo­ra­li­schen Druck auf schwan­ge­re Frau­en aus­zu­üben und ge­sell­schaft­li­che Em­pö­rung zu schüren. Die an­geb­li­che Zahl von 1000 ‚er­mor­de­ten‘ Em­bryo­nen ent­behrt jeder sta­tis­ti­schen Grund­la­ge und ist frei er­fun­den.
Jeder Mensch muss das Recht auf einen selbst­be­stimm­ten Um­gang mit dem ei­ge­nen Kör­per haben! Trotz­dem sind Schwangerschaftsabbrü­che in der BRD nach wie vor nicht legal, son­dern wer­den nur unter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen (z.B. Zwangsbera­tung, me­di­zinische In­di­ka­ti­on) nicht mehr straf­recht­lich ver­folgt. Des­halb bleibt die For­de­rung nach einem un­ein­ge­schränk­ten Recht auf Ab­trei­bung, ohne Zwangs­be­ra­tung und ohne Be­vor­mun­dung be­ste­hen!

Ho­mo­pho­bie, Se­xis­mus und ein re­ak­tio­nä­res Frau­en­bild
Neben dem Recht auf Schwan­ger­schafts­ab­bruch be­kämp­fen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­t_in­nen aller Konfes­sio­nen Ho­mo­se­xua­li­tät und jede an­de­re For­men se­xu­el­ler Selbst­be­stim­mung. Ho­mo­se­xua­li­tät wird als Krank­heit, Sünde oder Per­ver­si­on be­zeich­net und gilt größtenteils als ‚heil­bar‘. Dazu ge­sellt sich ein ‚von Gott ge­ge­be­nes‘ Ge­schlech­ter­rol­len­bild, wel­ches eine Ver­än­de­rung der tra­di­tio­nel­len Rollen­ver­tei­lung oder den Ge­dan­ken an die so­zia­le Kon­struk­ti­on von Ge­schlecht über­haupt nicht zu­lässt.
Auf ihrer Home­page schreibt EuroProLife, eine der Or­ga­ni­sa­tio­nen, die zum 1000 Kreu­ze Marsch auf­ru­fen: „Kin­der ster­ben, die ge­liebt wer­den möch­ten, die leben wol­len, die einen Platz in un­se­rer Ge­sellschaft brau­chen, die dem Leben ihrer El­tern Sinn geben wür­den.“ Die Vor­stel­lung von Ehe und Fa­mi­lie als Zen­trum christ­li­cher Werte und der ‚gött­li­che Auf­trag der Ver­meh­rung‘ ent­stam­men ihrer Bi­bel­aus­le​gung und dem Ab­so­lut­heits­an­spruch des ei­ge­nen Glau­bens. In dem dar­aus re­sul­tie­ren­dem Welt­bild wird jede Ab­wei­chung von der christ­li­chen Norm als Sünde be­grif­fen und ‚Sün­dern‘ die Exis­tenz­be­rech­ti­gung ab­ge­spro­chen. So sagte bei­spiels­wei­se der Erz­bi­schof von Gra­na­da, Ja­vier Mar­ti­nez, in sei­ner Weih­nachts­pre­digt 2011, dass eine Frau die ab­treibt „einem Mann ohne Ein­schrän­kun­gen die ab­so­lu­te Li­zenz zum Miss­brauch ihres Kör­pers gibt, denn sie hat Schuld auf sich ge­la­den“.
Diese pa­tri­ar­cha­le, se­xis­ti­sche und au­to­ri­tä­re Vor­stel­lung von Fa­mi­lie, Se­xua­li­tät oder dem Sinn des Le​bens wi­der­spricht einer ei­gen­ver­ant­wort­li­chen und selbst­be­stimm­ten Le­bens­wei­se, die die se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung eben­so be­inhal­tet, wie eine be­dürf­nis-​ und le­bens­si­tua­ti­ons­ori­en­tier­te Ant­wort auf die Frage nach Schwan­ger­schaft oder El­tern­schaft.

Ras­sis­mus und Re­la­ti­vie­rung des Ho­lo­caust
Ho­mo­se­xua­li­tät und Schwan­ger­schafts­ab­bruch, so die Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen, wür­den zudem zum Aus­ster­ben des „eu­ro­päi­schen Volkes“ füh­ren. Diese ul­tra­kon­ser­va­ti­ve An­schau­ung, die sich die Re­produk­ti­on der ei­ge­nen „Rasse“ zur Auf­ga­be macht, of­fen­bart ras­sis­ti­sche Denk­mus­ter und er­klärt, warum sich auch in Müns­ter jedes Jahr Neo­na­zis dem Auf­zug die­ser Chris­t_in­nen an­schlie­ßen. Da über­rascht es kaum noch, dass die „Le­bens­schüt­zer“ in An­leh­nung an den Be­griff Ho­lo­caust vom „‚Ba­by­caust“‘ sp­re​chen und damit den Mas­sen­mord an den eu­ro­päi­schen Jü­din­nen und Juden im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus re­la­ti​vie­ren. Der Er­fin­der des Be­grif­fes „Ba­by­caust“, Klaus-​Gün­ther Annen, – der auch für die rech­te Wo-​chen­zei­tung Junge Frei­heit schreibt – war beim 1000Kreu­ze-Marsch 2009 an­we­send. Die Über­gän­ge zwischen Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen und Neo­na­zis sind in­halt­lich und per­so­nell flie­ßend.

…aus der Mitte der Ge­sell­schaft
An vie­len Punk­ten, an denen die fun­da­men­ta­lis­ti­schen Chris­t_in­nen an­de­ren Men­schen die Selbst­be​stim­mung und sogar die Exis­tenz­be­rech­ti­gung ab­spre­chen, tref­fen sich diese in­halt­lich mit dem rechts-​kon­ser­va­ti­ven Main­stream der so­ge­nann­ten Mitte der Ge­sell­schaft. So kann mitt­ler­wei­le ein (Ex-)Bun­des­prä​si­dent ohne Pro­ble­me auf Ta­gun­gen evan­ge­li­ka­ler Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen auf­tre­ten und auf gro­ßen Ju­gendevents wer­den Work­shops zur Hei­lung von Ho­mo­se­xua­li­tät an­ge­bo­ten. Das Pro­blem ist nicht eine klei­ne Split­ter­grup­pe, die Holz­kreu­ze ​tra­gend durch Müns­ter oder an­de­re Städ­te zieht. Das Pro­blem ist, dass diese Grup­pen mis­sio­na­risch ihre In­hal­te ver­brei­ten und ge­zielt ver­su­chen, z.B. über Ver­an­stal­tun­gen und Me­di­en­prä­senz wich­ti­ge ge­sell­schaft­li­cher Po­si­tio­nen zu be­set­zen und Ein­fluss auf Po­li­tik und Ge­sellschaft zu neh­men.

Wi­der­stand lässt sich nicht ver­bie­ten!
Die Po­li­zei­stra­te­gie der letz­ten Jahre be­stand darin, die Ge­gen­ak­ti­vis­t_in­nen ein­zu­kes­seln und den Kreuze­marsch an­schlie­ßend durch­zu­set­zen. Auch des­we­gen ist es wich­tig, den Pro­test gegen diese christ­li­chen Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen an viele Orte der Stadt zu tra­gen und auf gan­zer Stre­cke zu ver­hin­dern, dass sie ihre re­ak­tio­nä­ren und men­schen­ver­ach­ten­den In­hal­te un­ge­stört ver­brei­ten kön­nen. Auch wenn die Staatsan­walt­schaft Müns­ter mit ihrer Kon­struk­ti­on der Ver­samm­lungs­spren­gung ver­sucht, jeg­li­chen Pro­test zu ver­hin­dern: Wi­der­stand ist not­wen­dig und le­gi­tim! Der Kampf um das Recht auf Ab­trei­bung ist in­ter­na­ti​onal, er wird in Deutsch­land be­reits seit über 100 Jah­ren ge­führt und ist auch wei­ter­hin un­ver­zicht­bar.

Für die Ab­schaf­fung des §218 und die voll­stän­di­ge Le­ga­li­sie­rung von Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen! MY BODY, MY CHOICE – für ein herr­schafts­frei­es und selbst­be­stimm­tes Leben!
Am 10. März in Müns­ter fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­t_in­nen ab­servieren!

Begegnungen auf der Trans*fläche

Lesung // 24.02.2012 // 20:00h // krachtz (Nieberdingstr. 8 )
„Vielschichtige Kurzgeschichten und Zeichnungen erzählen von den Absurditäten des Trans*alltags. Aus der Sicht von autonomen / anarchistischen / queer-feministischen trans*Leuten (so was gibt’s!) und ihrem Umfeld. Bücher, die sich geisteswissenschaftlich oder medizinisch mit dem „Phänomen“ trans* beschäftigen, gibt es viele. Hier ist endlich ein Buch mit Geschichten und Bildern, über die mensch auch mal herzhaft und befreiend lachen kann – der Zwang, sich 1nem von 2 Geschlechtern zuordnen zu müssen, bringt reichlich groteske Situationen hervor.“
Die Herausgeber_innen werden zu Besuch sein und aus ihrem Buch lesen.

„März 2012: Wir tanzen uns warm!“ – Soli-Konzert und Party

Nazis stoppen, fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen abservieren!

Samstag, 25.02.2012 // 19:30h (Einlass 18:30h) // Baracke, Scharnhorststr. 100

Kommenden März wollen sowohl Nazis (03.03.) als auch christliche „Lebensschützer“ (10.03.) durch die Straßen Münsters marschieren. Die beiden gruseligen Grüppchen werben – jede auf ihre Art und Weise – für einen gesellschaftlichen Kurs Richtung Rechtsaußen.

Auch deshalb laufen Nazis immer mal wieder gerne bei den „Lebensschützern“ mit – weil man sich in so manchen Punkten durchaus einig ist: Ausgrenzung homosexueller Menschen, die Bekämpfung bisheriger Fortschritte auf dem Gebiet der Gleichberechtigung der Geschlechter oder die wirre Sorge um ein imaginäres „Aussterben“ vermeintlicher „Völker“ sind nur einige der unzeitgemäßen Gemeinsamkeiten.

Uneinig ist man sich darin, wie weit man die Uhr zurückdrehen will: Die einen bis in den Nationalsozialismus; die anderen bis ins Mittelalter.

Rote Karte im Doppelpack!
Ganz klar, dass beides nicht klar geht – sondern unseren entschiedenen Widerspruch verdient! Also, lasst uns feiern und uns warm tanzen – für einen heißen März in Münsters Straßen!

ab 18:30h: Infoveranstaltung
ab 19:30h: Konzert mit Chungin and the Strap-on Faggots (Electropunk/Tallinn, Estland) // The Langoliers (Skatepunk/Bielefeld) // Pragmatic (Hardcore/Beelen)